Anima Mundi Herbals – eine moderne Kräuterapotheke mit Wurzeln im Regenwald
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Wer Anima Mundi zum ersten Mal entdeckt, landet in einer ziemlich eigenen Welt. Da stehen Schisandra und Reishi neben Rosenblüten, Moringa und Pau d’Arco. Es gibt Tinkturen und Tees, Pflanzenpulver, ätherische Öle, Körperöle und handgefertigte Messing-Teesiebe.
Dahinter steckt keine klassische Supplement-Marke, sondern die Idee einer modernen Kräuterapotheke. Gegründet wurde sie von Adriana Ayales, einer Herbalistin aus Costa Rica, die traditionelles Pflanzenwissen in eine Form bringen wollte, die auch in einem ganz normalen Alltag funktioniert.
Das gelingt Anima Mundi auf eine Art, die wir bis heute ziemlich einmalig finden.
Adriana Ayales ist in Costa Rica aufgewachsen. Pflanzen und traditionelle Kräuteranwendungen gehörten früh zu ihrem Leben; später beschäftigte sie sich intensiver mit Herbalism, Botanik und unterschiedlichen Heilsystemen. Sie lernte bei Kräuterkundigen und indigenen Lehrern in Mittel- und Südamerika und studierte unter anderem westlichen Herbalism und chinesische Pflanzenkunde.
Dass Anima Mundi schließlich in Brooklyn entstand, war eher ungeplant. Adriana kam für einen Sommer nach New York und ist hängen geblieben.
Sie begann in ihrer Wohnung Kräuterauszüge herzustellen und arbeitete mit individuellen Pflanzenrezepturen. Ihre Räume füllten sich mit Kräutern aus dem Regenwald, Freunde halfen beim Abfüllen und Verpacken.
Aus einzelnen Rezepturen wurden wiederkehrende Mischungen. Aus der Wohnung wurde eine angemietete Küche, aus der Küche ein Kräuterlabor.
Diese Entstehungsgeschichte ist für Anima Mundi bis heute erstaunlich passend.
Die Marke denkt weniger in einzelnen Trendwirkstoffen als in Pflanzen, Rezepturen und Zubereitungsformen. Manche Produkte sind sehr einfach, andere komplex. Einige wirken vertraut, andere führen zu Pflanzen, von denen man vorher wahrscheinlich noch nie gehört hat.
Adriana beschreibt ihre Arbeit mit dem Gedanken, „ancient remedies“ mit der modernen Welt zu verbinden.
Das klingt zunächst etwas pathetisch. Im Alltag ist die Idee viel unkomplizierter.
Eine Pflanze muss bei Anima Mundi nicht zwangsläufig in einer Kapsel verschwinden. Moringa kommt in den Smoothie. Schisandra lässt sich in Wasser oder Matcha geben. Reishi wird in Kakao eingerührt. Rosenblüten werden zu Pulver vermahlen. Kräuter werden als loser Tee aufgegossen.
Adriana selbst spricht in Interviews häufig darüber, Pflanzen lieber in Essen und Getränke zu integrieren, anstatt eine große Zahl von Supplements nebeneinander einzunehmen.
Herbalism wird dadurch etwas weniger theoretisch. Man riecht die Pflanze, schmeckt sie, lernt ihre Eigenheiten kennen und entscheidet irgendwann auch, was tatsächlich in den eigenen Alltag passt.
Bei Anima Mundi Herbals reicht das von sehr zugänglichen Produkten wie Rosenpulver oder Moringa bis zu komplexeren Kräuter- und Pilzrezepturen.
Anima Mundis Wurzeln liegen eindeutig in Mittel- und Südamerika. Trotzdem wäre es falsch, die Marke auf Regenwaldpflanzen zu reduzieren.
Adriana hat im Laufe ihrer Ausbildung verschiedene Pflanzentraditionen kennengelernt und verbindet sie heute miteinander. Deshalb finden sich bei Anima Mundi südamerikanische Botanicals, Ayurveda, chinesisch-daoistische Pflanzenkunde und westlicher Herbalism oft im selben Sortiment.
Suma und Pau d’Arco treffen auf Reishi und Schisandra. Ashwagandha steht neben Brennnessel, Melisse oder Kamille.
Das könnte schnell beliebig wirken. Bei Anima Mundi funktioniert es, weil die einzelnen Pflanzen ihre Identität behalten. Schisandra muss nicht zum nächsten Superfood umgedeutet werden. Reishi darf Reishi sein. Und eine Rose darf manchmal einfach wegen ihres Geschmacks, ihres Duftes und ihrer jahrhundertealten kulturellen Bedeutung interessant sein.
Wer sich einmal durch die Produkte liest, merkt außerdem, wie viel Wissen in scheinbar kleinen Unterschieden steckt.
Ein Pilz ist nicht einfach „ein Vitalpilz“. Fruchtkörper, Myzel und Extrakt sind unterschiedliche Dinge. Ein ätherisches Öl erzählt über Herkunft und Destillation eine andere Geschichte als ein Hydrolat. Und wild gesammelt bedeutet nicht automatisch dasselbe wie bio-zertifiziert.
Anima Mundi weckt in uns die Lust, genauer hinzusehen.
Einer der Begriffe, die bei Anima Mundi tatsächlich etwas über die Marke erzählen, ist Farm to Pharmacy.
Adriana legt großen Wert auf direkte Beziehungen zu kleinen Farmen, Wildsammlern und Produzenten. Ein Teil der Rohstoffe ist bio-zertifiziert, ein anderer stammt aus Wildsammlung oder nachhaltiger Kultivierung.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Eine Pflanze aus einem abgelegenen Gebiet des Amazonas besitzt nicht zwangsläufig ein Bio-Zertifikat. Anima Mundi beschreibt offen, dass kleine Produzenten oder Wildsammler teilweise weder die finanziellen Mittel noch den organisatorischen Zugang zu solchen Zertifizierungen haben.
Für die Marke zählen deshalb auch Herkunft, Anbau, Ernte und die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort.
Das heißt nicht, dass Zertifikate unwichtig wären. Es bedeutet eher, dass Qualität bei Pflanzen mehr Fragen braucht als nur eine. Wo wächst die Pflanze? Wer erntet sie? Welcher Teil wird verwendet? Wie wird sie getrocknet? Wie wird sie anschließend extrahiert?
Diese Detailverliebtheit findet man auch bei der Herstellung wieder. Viele Rezepturen werden im eigenen Labor in New York entwickelt und produziert. Flüssige Kräuterauszüge dürfen je nach Rezeptur über Wochen oder Monate extrahieren; verwendet werden unter anderem Wasser, pflanzliches Glycerin, Bio-Zuckerrohralkohol und Öle.
Wir haben Anima Mundi ursprünglich vor allem über Tonics, Adaptogene und Pflanzenpulver kennengelernt. Inzwischen finden wir einen anderen Teil der Marke fast genauso interessant: die Verbindung von Herbalism und äußerer Pflege.
Das ROOT REVIVAL Hair Oil kombiniert beispielsweise Moringa und Jojoba mit Brennnessel, Schachtelhalm und Rosmarin. Das ROSE Body Oil arbeitet mit Rosenblüten, Pflanzenölen und Kräuterauszügen. Rosenwasser wird zum Gesichtstoner, Arnika und Calendula zu einem reichhaltigen Balm.
Auch die ätherischen Öle gehören inzwischen fest zur Marke.
2023 übernahm Anima Mundi Floracopeia, die von David Crow mitgegründete Essential-Oil-Marke. Crow hatte über Jahrzehnte Beziehungen zu kleinen Destillerien, Farmen und Eco-Projekten aufgebaut und sich intensiv mit Qualität, Verfälschungen und nachhaltiger Gewinnung ätherischer Öle beschäftigt.
Heute führt Anima Mundi diese Arbeit weiter; David Crow begleitet die Marke als Chief Aromatic Officer.
Das erklärt, warum bei Ölen wie Palo Santo, Tulsi oder Rose Geranium nicht nur der Duft interessant ist, sondern auch Pflanze, Herkunft und Art der Destillation. Unsere Auswahl finden Sie unter Ätherische Öle.
Natürlich gehören auch sie zu Anima Mundi.
Reishi, Schisandra, Maca, Ashwagandha und andere Pflanzen und Pilze werden häufig unter dem Begriff Adaptogene zusammengefasst. Dahinter steht vereinfacht die Idee von Pflanzen, die traditionell vor allem in Zeiten erhöhter körperlicher oder mentaler Beanspruchung eingesetzt wurden.
Wir finden ihre individuellen Geschichten interessanter als das Schlagwort selbst.
Maca ist eine Wurzel aus den Anden und dort seit Langem ein Lebensmittel. Schisandra ist eine kleine Beere aus der chinesischen Pflanzenkunde, die für ihr ungewöhnliches Zusammenspiel verschiedener Geschmacksrichtungen bekannt ist. Reishi besitzt als Ling Zhi eine jahrhundertelange Geschichte in Ostasien.
Wer alles nur unter „Adaptogene“ einsortiert, verpasst einen guten Teil davon.
Deshalb erklären wir bei unseren Produktbeschreibungen lieber, woher eine Pflanze kommt, welche Rolle sie traditionell gespielt hat und was in der Rezeptur tatsächlich enthalten ist.
Die amerikanische Marke spricht zum Teil sehr offen von Healing, Detox, Hormone Balance, Brain Tonics oder Immune Support. Europäisches Lebensmittelrecht setzt gesundheitsbezogenen Aussagen deutlich engere Grenzen.
Und unabhängig von rechtlichen Vorgaben finden wir die Unterscheidung auch inhaltlich richtig:
Traditionelle Verwendung, moderne Forschung und nachgewiesene Wirkung sind nicht immer dasselbe.
Eine Pflanze kann eine faszinierende jahrhundertealte Geschichte besitzen, ohne dass jede überlieferte Anwendung wissenschaftlich belegt ist. Umgekehrt macht eine vielversprechende Laborstudie aus einem Kräutertee noch kein Arzneimittel.
Bei ungewöhnlichen internationalen Botanicals kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Nicht jede Pflanze oder jede Extraktform, die in den USA angeboten wird, ist automatisch auch als Lebensmittel in Europa verkehrsfähig.
Deshalb prüfen wir Rezepturen und Produktinformationen bei Blanda laufend und führen nicht zwangsläufig jedes Produkt, das im amerikanischen Anima-Mundi-Sortiment erhältlich ist.
Für uns widerspricht diese Sorgfalt der Begeisterung für traditionelle Pflanzenkunde nicht. Sie gehört dazu.
Nach all den Jahren mit Anima Mundi sind es gar nicht die großen Versprechen, die uns an der Marke interessieren.
Es ist eher diese Mischung aus Neugier, Pflanzenwissen und einer gewissen Unangepasstheit.
Anima Mundi kann einen dazu bringen, zum ersten Mal Schisandra zu probieren. Nachzulesen, warum Palo Santo erst nach Jahren der natürlichen Alterung seinen typischen Duft entwickelt. Den Unterschied zwischen einem Rosenhydrolat und einem ätherischen Öl zu verstehen. Oder eine Tasse losen Kräutertee wieder interessanter zu finden als den nächsten funktionalen Drink aus der Dose.
Nicht alles davon braucht man. Nicht jede Pflanze passt zu jedem Menschen.
Aber vieles macht neugierig.
Anima Mundi verkauft nicht einfach nur hochwertige Produkte. Sie öffnet eine Tür zu einer Pflanzenwelt, von der man vorher nur einen kleinen Teil kannte.
Anima Mundi wurde von der costa-ricanischen Herbalistin Adriana Ayales gegründet. Die Marke entstand in Brooklyn aus ihrer Arbeit mit traditionellen Pflanzenrezepturen und wird bis heute von ihr als Herbalistin und Gründerin geprägt.
Die Rohstoffe kommen aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Anima Mundi arbeitet nach eigenen Angaben mit kleinen Farmen, Wildsammlern und Produzenten und unterscheidet zwischen bio-zertifizierten, wild gesammelten und nachhaltig kultivierten Pflanzen.
Für uns ist es die Verbindung von traditionellem Pflanzenwissen, ungewöhnlichen Botanicals, vergleichsweise ursprünglichen Rezepturen und einer Form der Anwendung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt – als Tee, Pulver, Tonic, Öl oder Pflanzenpflege.
Nein. Viele Rohstoffe sind bio-zertifiziert, andere stammen aus Wildsammlung oder nachhaltiger Kultivierung. Die jeweilige Qualität und Herkunft geben wir auf den Produktseiten so konkret wie möglich an.
Das Sortiment der US-Marke lässt sich nicht automatisch vollständig auf den europäischen Markt übertragen. Wir prüfen insbesondere bei ungewöhnlichen Pflanzen und Extrakten die Zusammensetzung und Verkehrsfähigkeit für Deutschland beziehungsweise die EU.